Klassentreffen der ersten Fürstenberg-Schüler

 

Den ehemaligen Realschülern der Klasse 10c der Fürstenberg-Schule wurden 1971 als erste Schulabgänger die Abschlusszeugnisse ausgehändigt. Auf einem emotionalen Klassentreffen ließen man nun die Schulzeit noch einmal revuepassieren.

 

Die Klasse 10c der Fürstenberg-Schule. Einschulung der ersten Realschulklasse der neuen Fürstenberg-Schule am 20. April 1966.

 

Im Sommer 1971 erhielten die beiden ersten Realschulklassen der Fürstenberg-Schule ihr Abschlusszeugnis ausgehändigt. Die ehemaligen Realschüler der Klasse 10c nahmen dies zum Anlass, sich 40 Jahre nach ihrer Entlassung aus der Fürstenberg-Schule zu einem informativen Wiedersehen zu treffen. Viele hatten sich seit Jahren nicht mehr gesehen. Schnell schwelgten die ehemaligen "Fürstenberger" in den Erinnerungen an die aufregende Zeit in den ersten Jahren der neuen Recker Schule und es gab eine Menge zu erzählen. Aber auch Fragen nach einer informativen Chronik der Fürstenberg-Schule wurden gestellt. Wie hat alles angefangen und was waren die Gründe in Recke eine derartige Schule zu errichten?

 

Der sehnliche Wunsch der Recker Bevölkerung war es damals, eine eigene Realschule zu errichten. Aufgrund dieser Initiative gründete sich der "Verein der Schulfreunde e.V.“ im Jahr 1964. Gemeinsam mit Bevölkerung, Politik und Kirche wurde schließlich der Grundstein zur heutigen Fürstenberg-Schule gelegt - eine private katholische Realschule und ein privates katholisches Gymnasium in bischöflicher Trägerschaft. Anfang des Jahres 1966 erhielten die Realschule und das Gymnasium vom Kultusminister des Landes NRW dazu die Betriebserlaubnis und unmittelbar darauf, im April 1966, nahm die Fürstenberg-Schule in Recke ihren Betrieb auf.

 

Die "junge Schule" wurde zunächst in dem alten Bruchsteingebäude der Overberg-Schule übergangsweise einquartiert. Sie bestand aus einer Gymnasialklasse, mit dem Leiter des Gymnasiums Meinholf Peters, und den beiden Realschulklassen, unter der Leitung von Paul Nünning. Die beiden ersten Schuljahre waren übrigens die sogenannten Kurzschuljahre. Das erste Kurzschuljahr endete Ende November 1966 und das zweite Jahr schloss mit den Sommerferien Ende Juli 1967. Die Kurzschuljahre wurden seinerzeit auf einer Kultusministerkonferenz beschlossen, um sich den europäischen Nachbarländern anzugleichen, in denen das neue Schuljahr immer im Sommer begann.

 

Der aller erste Stundenplan der Fürstenberg-Schule vom 27. April 1966.

 

Der erste aufregende Schultag für die jungen Pennäler der neuen Fürstenberg-Schule war am 20. April 1966. Nach der Messe in der Kirche erfolgte die Klassenaufteilung. Die beiden Realschulklassen trennte man einerseits in Recker Kinder und andererseits in Kinder aus dem niedersächsischen Raum. Und prompt gab es die ersten kleinen Pannen. Als der Unterricht bei den "Niedersachsenschülern" beginnen sollte, fehlte die Kreide. Darüber konnte jetzt Laurenz Brackmann augenzwinkernd berichten, denn seine Klassenlehrerin Frau Riedemann durchsuchte die ganze Klasse nach einem Stückchen Kreide. Er sei dann aufgestanden und habe nebenan in der Hauptschule bei Herrn Peuten Kreide organisiert.

  

Besuch in der Fürstenberg-Schule nach so vielen Jahren.

 

Die einstige 10c besuchte nicht nur das alte ehrwürdige Gebäude der Overberg-Schule und sogar das Waldfreibad, wo fast alle das Schwimmen erlernten, sondern weitere Orte ihres Wirkens. So beispielsweise auch das ehemalige Steinbecker Schulgebäude, das zwischenzeitlich zu Mietwohnungen umgebaut wurde. Hier und in dem später hinzugekommenen Schulpavillon verbrachten die ersten Realschüler der Fürstenberg-Schule ihre Schulzeit. Durch den enormen Ansturm auf die neue Recker Schule wurde mit den Jahren der Platz sehr schnell knapp und es mussten Klassenräume in den alten Schulen in den Ortsteilen Twenhusen und Espel hinzugenommen werden. Selbst im Steinbecker Jugendheim fand der Unterricht statt. "Es war zeitweise ein extremes Provisorium", weiß einer der damaligen Erstklässler zu berichten, und schließt nachdenklich: "wir - die ersten Schuljahrgänge - waren die wahren Pioniere der Fürstenberg-Schule, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr, von 1966 bis 1971 und darüber hinaus. Immer wieder wurden wir vor neue Fakten gestellt. Die ersten Jahre waren alles andere als perfekt. Trotzdem muss man den Verantwortlichen ein Lob aussprechen, denn mal eben eine Schule aus dem Boden zu stampfen, dazu gehörte doch sehr viel Mut!" Aber auch Amüsantes gibt es zu berichten, wie zum Beispiel die Streiche der einstigen Schüler. Erzählt wird vom Werfen einer Stinkbombe in dem Klassenzimmer. Prompt erfolgte der lapidare Eintrag ins Klassenbuch: Die Klasse 10c stinkt! Der Urheber hält übrigens noch heute die restlichen 5 Exponate der Sechserpackung in Gewahrsam. Auch das Aufbocken des FIAT 500 von Englischlehrerin Frau Schulte auf dem Schulhof zählte zu den eher derberen Scherzen seinerzeit. Bis heute krümmen sich die Schüler der alten 10c vor Lachen, als sie damals ihre Englischlehrerin aus dem Versteck heraus beobachteten, wie sie sich in den Wagen setzte und unter ächzenden Motorgeräuschen mindestens bis in den dritten Gang hochgeschaltet hatte, ohne einen Zentimeter voran zu kommen.

 

Ein Blick ins alte Klassenbuch. Hier kommen Emotionen unter den "alten" Schülern auf.

 

Der letzte Abstecher der ehemaligen Fürstenberger galt natürlich dem heutigen Gebäude der Fürstenberg-Schule. Der imposante Betonbau ist für den einen oder anderen noch Neuland, denn die Fertigstellung fand erst im Sommer 1972 statt. Hausmeister Reinhold Pruß zeigte den einstigen Schülern die ganze Schule, von der Mensa, über die Arche und dem Musiksaal, wo früher die Schulband probte, bis hin zu den "normalen" Klassenräumen. "So etwas hätten wir früher auch gerne gehabt", war die einmütige Meinung. 40 Jahre nach ihrer Schulentlassung freuten sich schließlich alle ihre Fürstenberg-Schule besuchen zu können. Wer weiß, ob es auch ein offizielles Wiedersehen zum 50igsten Geburtstag der Fürstenberg-Schule in Recke geben wird?

 

Die Fürstenberg-Schule heute

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heimatverein Recke e.V. | Halverder Straße 21, 49509 Recke