Ein Leben voller Vereinsarbeit
Florenz Beckemeier tritt beim Heimatverein Recke e.V. ab.
Zwölf Jahre lang hat Florenz Beckemeier an der Spitze des Heimatvereins Recke gestanden, dessen Geschicke gelenkt und maßgeblich mitgestaltet. Auf der Mitgliederversammlung am Freitag, 23. Mai, stellt er sich nicht mehr zur Wiederwahl, denn er möchte nach zwölf Jahren sein Amt in jüngere Hände legen. Für ihn war es Leidenschaft, Ehrgeiz und Hobby etwas innerhalb der Gemeinde Recke zu bewegen und zu schaffen.
80 Jahre und noch kein bisschen leise, so könnte man Beckemeier beschreiben, wenn er heute aus seiner Vergangenheit berichtet. 1962 war sein erster Vorstandsposten der Vorsitz der KLJB. „Damit hat alles angefangen“, erinnert sich der heute 80-Jährige. In all den Jahren hat er immer Vorstandsarbeit gemacht und dabei Verantwortung übernommen. In vielen Vereinen und Gruppen hat er aktiv mitgewirkt und sein Wissen und seine Erfahrung eingebracht. 20 Jahre war er im Gemeinderat aktiv und auch als Ortslandwirt und als Vorsitzender im Reitverein hat er gewirkt.
Beckemeier wirkte bereits nach dem Tod seines Vorgänger Heinrich Audick im Vorstand des Heimatvereins mit. „Ein Jahr haben wir als Vorstandsteam den Verein gelenkt“, erinnert sich Beckemeier, der damals schon dessen Sprecher war. „Und dann wurde ich 2012 als Vorsitzender gewählt.“ Die erste große Ereignis war für ihn 2012 das 90-jährige Bestehen des Heimatvereins, das als großes Schlachtfest mit Essen und Trinken an der Haarstraße organisiert wurde: „Schlachten, wursten und speisen wie früher“, fasst der Vorsitzende zusammen. Ein Meilenstein in Beckemeiers Wirken war für ihn die Übernahme von Niemeyers Hof im Jahr 2018 – eine Erbschaft von Ingrid Peters, einer gebürtigen Reckerin. „Diese Erbschaft haben wir gerne angenommen. Mit viel Einsatz und Unterstützung der Mitglieder konnten wir das Gebäude sanieren und nutzbar machen.“ Die Arbeiten befinden sich inzwischen in der Endphase: Toiletten und Behindertenparkplätze sollen im Sommer fertiggestellt werden. „Dieses Ziel noch zu erreichen, war mir wichtig – deshalb habe ich das Amt noch ein weiteres Jahr übernommen“, sagt Beckemeier. Heute ist Niemeyers Hof auch Standort des Heimatarchivs und ein Ort für Treffen und Veranstaltungen. Die Ruthemühle bleibt zudem zentrale Anlaufstelle für größere Events wie Mühlentag, Kartoffelfest oder Weihnachtsmarkt. Was Beckemeier bedauert, ist dass die Volkstanzgruppe und die Korbflechter seit einigen Jahren unter Nachwuchsmangel leiden. „Hier fehlen uns aktive Tänzer und Korbflechter.“ Beständig präsent ist hingegen die Oldtimergruppe um Ulrich Wenner, ebenso wie die Spinn- und Webgruppe und die Jugendgruppe unter Leitung von Rita Volkmer, die bei Veranstaltungen und Aktionen an der Ruthemühle ihre handwerklichen Fähigkeiten vorstellen. Auch das regelmäßige Brotbacken im Backhaus erfreut sich großer Beliebtheit: Alle vier Wochen heizt Aloys Haermeyer den Ofen an und backt Brot und Kuchen. „Der Heimatverein lebt von seinen engagierten Mitgliedern – viele davon sind echte ‚Malocher‘“, betont Beckemeier. Gleichzeitig sei das gesellschaftliche Miteinander in den letzten Jahren etwas zu kurz gekommen. Während seiner Amtszeit gab es unter anderem größere Vereinsfahrten nach Litauen, Polen und Königsberg.
Text & Foto Heinrich Weßling