Reibekuchen und frisches Brot waren sehr gefragt, Denkmaltag an der Ruthemühle.
Der frische Reibekuchen und das selbst gebackene Brot lieferten sich ein Wettrennen darum, was zuerst ausverkauft war. Es war „Tag des Offenen Denkmals“ an der Ruthemühle in Recke. Tolles Wetter, leckerer Pfannkuchen und ganz viele selbst gebackene Kuchen. Die Besucher wurden am Sonntag an der Ruthemühle verwöhnt. Es war Denkmaltag. Und die 20 Mitglieder des Heimatvereins Recke hatten sich wieder richtig ins Zeug gelegt, um den Gästen etwas zu bieten. Am Reibekuchenstand war gegen Mittag Schlangestehen angesagt. „Gegen 14 Uhr waren wir ausverkauft“, sagte der zweite Vorsitzende Norbert Hoppe. Aloys Harmeyer vom Backhausteam berichtete ähnliches: „Bereits am frühen Morgen hatten wir den Backofen auf Betriebstemperatur. Rosinenbrot, Butterkuchen und ganz viele Brote haben wir heute im Backofen produziert.“ Die Nachfrage sei sehr groß gewesen. Bereits in den frühen Nachmittagsstunden war der Bestand arg minimiert. „Die Besucher wissen das gute Brot, das wir hier backen, zu schätzen“, so Harmeyer. Der Heimatverein begrüßte auch viele auswärtige Gäste.
Die weiteste Anreise hatte Ron aus Phoenix (Bundesstaat Arizona) USA. Er weilt zur Zeit in Deutschland und ist hier auf Familienbesuch. Ron besuchte in Begleitung seiner Frau und zusammen mit der Familie Carsten Grove aus Recke das traditionelle Kartoffelfest des Heimatvereins Recke an der Alten Ruthemühle. Der Amerikaner äußerte den Wunsch, einmal auf einem „good old german Tractor“ Platz nehmen zu dürfen. Gefragt, getan – setzte er sich auf den 15er Deutz Knubbel, Baujahr 1951, von Ulrich Wenner, der den historischen Maschinenpark zum Kartoffelfest organisiert hatte. Das obligatorische Foto für die Lieben in den Staaten wurde umgehend per E-Mail über den großen Teich geschickt. Ron bedankte sich freundlich und meinte scherzhaft, in den USA seien die Traktoren doch etwas größer und moderner. Ron ist in Phoenix USA mit der Schwester von Grove’s Frau verheiratet – also sein Schwager.
– Fahrradtouren mit dem Ziel „Ruthemühle“ standen wohl bei vielen Gruppen auf dem Routenplan. Am Nachmittag gab es passend dazu Kaffee und Kuchen, der von den Frauen des Heimatvereins in Eigenregie zu Hause gebacken worden war. Kartoffeln ernten, sortieren und wie sie bearbeitet werden, um das zu demonstrieren, hatten die Oldtimerfreunde um Uli Wenner eine alte Kartoffelsortiermaschine mitgebracht. Dort wurde lebhaft diskutiert und die Arbeitsschritte erklärt, wie mit dieser Maschine vor 50, 60 Jahren die Kartoffeln in den Verkauf gebracht wurden. „Wer möchte noch ein paar leckere Kartoffeln mit nach Hause nehmen? Frische Kartoffeln, gewachsen auf einem Acker in Twenhusen“, hieß das Angebot an der Ruthemühle. Im Schatten des Heimathauses saßen die Klöppelfrauen. Nur wenige Meter weiter in der Scheune wurde altes Handwerk gezeigt. Klöppeln ist eine alte Handwerkskunst, die heute nur noch ganz wenige beherrschen. Und Rita Volkmer beschäftigte sich mit den Kindern: Blaudruck mit Kartoffeln ist immer wieder ein Erlebnis. Text: Heinrich Weßling, (Amerikabesuch: U. Wenner), Fotos: H. Wessling, (Ron auf Traktor – U. Wenner)
Hier noch einige Fotos von U. Wenner mit Kommentar
 „Jung Deutschland“ ist sehr interessiert. |  Der Kartoffelsortierer stammt ursprünglich vom Hof Wesselmann, re. Martin Wesselman. |
 (nicht gestellt): Die drei von der Eis-Tankstelle. |  Die rollende Eisdiele Böggemann aus Mettingen. |
 Alte Kartoffel-Pflanzmaschine Cramer vom Heimatverein Recke mit Fendt Geräteträger, 32 PS, von Erik Büscher, Steinbeck. |  Vielfachgerät vom Heimatverein zum Kartoffeln anpflügen mit Deutz D 30 von Markus Möllenkamp |
 Kartoffel-Vorratsroder „Wühlmaus T 3“ mit Deutz D 15, beides von Erik Büscher, Steinbeck. (Der Heimatverein Recke hat selbst aber auch einen derartigen Roder) In Position: „Der Kartoffelbauer aus Recke“, Franz Fischer, 91 Jahre. |  Wesselmann Junior hilft bei Verladung der Maschinen und Geräte. |